Heinz Melkus ist wohl die Persönlichkeit, die den Automobilrennsport in der DDR wie kein anderer prägte. Im Jahr 2003 feierte er seinen 75. Geburtstag gemeinsam mit der RS 1000 Fahrerfamilie vor der Dresdener Semperoper.

Am 5. September 2005 schloß sich der Lebenskreis von Heinz Melkus. Er wird unvergessen bleiben.

Ein Denkmal hat er sich Ende der sechziger Jahre mit der Konstruktion und dem Bau des Rennsportwagens MELKUS RS 1000 gesetzt. Unter den schwierigen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen dieser Zeit gelang es ihm, ein Auto zu bauen, welches auch heute nach über 35 Jahren atemberaubendes Aufsehen erregt. Von 1969 bis 1979 entstanden bei Melkus 101 Autos dieses Typs. Die meisten davon sind auch heute noch, liebevoll gepflegt, im Einsatz. Ihre Zahl dürfte sich auf etwa 70 Stück belaufen.
Ursprünglich sollten die Fahrzeuge nur im Motorsport eingesetzt werden. Letztendlich wurde aber ein Teil der Produktion auch an Privatleute verkauft.
Eigens für den RS 1000 gab es eine Rennsportserie sowie Sporteinsätze bei verschiedenen Bergrennen.

Der Prototyp des RS 1000 

Erstaunlich ist dieses Fahrzeug vor allem, weil eine eigenständige Entwicklung nicht möglich war. Es mußte soweit wie möglich auf in der DDR produzierte Teile und Aggregate zurückgegriffen werden.
Chassis und Fahrwerk stammen vom WARTBURG 353 und wurden für den RS 1000, ebenso wie der Dreizylinder-Zweitaktmotor, modifiziert. Die Frontscheibe stammt ebenfalls vom WARTBURG. Bei der Heckscheibe bediente man sich einer Scheibe aus dem Traktor ZT 300, der ebenfalls die Rückleuchten lieferte (und die sehen aus, wie von Ferrari). Beim Karosseriebau bediente man sich der, für die damalige Zeit außergewöhnlich, Glasfaserlaminattechnik.
So entstand ein Auto mit einem Leergewicht von 680 kg, einer Leistung bis zu 90 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 210 km/h. Der cw-Wert von 0,30 war für die damalige Zeit außergewöhnlich.

Es ist nicht verwunderlich, daß ein RS 1000 auch heute noch Furore macht. Schade ist nur, daß seine Geschichte keine Fortsetzung fand.

Der letzte Satz muß jetzt (im September 2005) korrigiert werden. Peter Melkus plant die Fertigung von 5 weiteren Exemplaren im originalen Zustand der Produktionsreihe von 1979.
Es gibt auch berechtigte Hoffnungen, dass es einen Nachfolger des RS 1000 geben wird.